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KurzfilmFreitag (2): „Nennt mich Schmetter“ von Felix Harjans

Zwei Studenten machen sich auf, einen Dokumentarfilm zu produzieren, der sie dabei begleitet, wie sie einen Dokumentarfilm produzieren. Leider verheddern sie sich dabei irgendwie in der Metaebene, was tragische Folgen hat. Eine weit verbreitete Unsitte unter jungen Filmemachern ist es, das eigene Werk bis zum Bersten mit Intertextualität zu überfrachten. Im Amateur- und Indiefilm geschieht das eher auf der inhaltlichen Ebene, im Studentenfilm eher auf der formalen. Im schlimmsten Fall führt das zur Beliebigkeit – wenn man die tausendste „Hasta la vista“-Variante um die Ohren gehauen bekommt – oder gar zur völligen Unverständlichkeit, weil die Bildsprache russischer Neo-Surrealisten leider noch nicht zum hiesigen Bildungskanon gehört. Felix Harjans und sein Team spicken ihren Film zwar mit reichlich Zitaten. Die sind aber so herrlich mit Albernheiten unterfüttert oder gar überlagert, dass man nicht das Gefühl hat, hier einer medienwissenschaftlichen Selbstbespiegelung beizuwohnen. Im Gegenteil: Wann immer möglich, nehmen die Mainzer Studenten die gängigen Dokumentarfilmklischees auf die Schippe. Das fängt schon bei der Entscheidung, den Film im 4:3-Bildformat zu drehen, an. Es werden bedeutungsschwangere Sätze gesagt, nach denen die …